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"Die Richterin" von Conrad Ferdinand Meyer ist eine historische Novelle, die im mittelalterlichen Rätien spielt. Die Geschichte beginnt mit Karl dem Großen, der in Rom eine Messe für seinen verstorbenen Vater besucht. In dieser Szene wird Wulfrin, ein Hofling und Sohn des verstorbenen Comes Wulf, vorgestellt. Wulfrin wird von seiner Stiefmutter, der Richterin Stemma, aufgefordert, nach Hause zurückzukehren, um die Umstände des plotzlichen Todes seines Vaters zu klären. Wulfrin zeigt jedoch wenig Interesse an seiner Familie und der Heimat. Parallel dazu wird die junge Palma, Wulfrins Halbschwester, vorgestellt. Sie ist voller Vorfreude auf die Ankunft ihres Bruders, den sie noch nie gesehen hat. Die Handlung nimmt eine dramatische Wendung, als Palma erfährt, dass Wulfrin von den Lombarden gefangen genommen wurde. Ein Lombarde namens Rachis bietet ihr an, Wulfrin im Austausch gegen ihren Schmuck freizulassen. Palma willigt ein, ohne zu zogern, und übergibt ihren gesamten Schmuck, um das Leben ihres Bruders zu retten. Die Richterin Stemma, eine kluge und entschlossene Frau, kehrt von einer Reise zurück und erfährt von Palmas Handel. Sie ist skeptisch gegenüber den Absichten der Lombarden, aber letztlich akzeptiert sie den Austausch, um Wulfrins Leben zu retten. Die Novelle endet mit einer tiefen Reflexion über Schuld, Sühne und die Komplexität menschlicher Beziehungen. Stemma, die als gerechte und weise Richterin bekannt ist, muss sich mit den moralischen und emotionalen Herausforderungen ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen.